GEWALTFREI GRENZEN ZEIGEN: Ebook, Workbook und mehr!

Dein Kind kommt aus der KiTa oder Schule und ist völlig „drüber“. Da dein Kind in der Einrichtung sein Bestes gegeben hat, zu kooperieren und sich an die Regeln zu halten, sind seine Kräfte erschöpft und alle Gefühle brechen ungefiltert aus ihm heraus.

Diese Situation kennst du vielleicht, denn sobald sich Kinder in ihrem geborgenen und geschützten Umfeld befinden, trauen sie sich, sich mit all ihren Gefühlen zu zeigen.
In Beratungen erkläre ich Eltern häufig, dass dieses Verhalten von Kindern ein Zeichen von enger Bindung zu ihren Bezugspersonen ist.

Das Kind weiß in dem Moment, dass die Person ihm gegenüber bedingungslos liebt, auch wenn es sich von seiner „schlechtesten Seite“ zeigt. Es spürt, dass es sich zeigen darf mit all seinen Gefühlen, mit all seinem Frust, seiner Wut und seinem inneren Stress.

Falls sich Wutausbrüche im Alltag häufen, kann das häufig damit zusammenhängen, dass dein Kind darüber versucht, Stress abzubauen.
Nicht selten ist es dann nämlich nach einem Wutausbruch so, dass dein Kind viel entspannter als zuvor ist. Hinter der Wut steckt dann vielleicht ein erhöhtes Stresslevel bei deinem Kind.
Stress und Überreizung zeigt sich jedoch nicht immer in Wutausbrüchen deines Kindes, sondern z.B. auch in Form von:
· Nägelkauen
· Kratzen
· Sich zwicken
· Ticks
· Aggression (z.B. Schlagen oder Schubsen)
· Häufige Nachtschrecks
· usw.

Wie du dein Kind bei der Stressregulation und beim Verarbeiten von Reizen unterstützen kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

 

1) Reguliere deinen eigenen Stress

Dein Kind beobachtet genau, wie du durch den Alltag gehst. Bist du dauerhaft gehetzt, nicht im Moment, mit den Gedanken irgendwo anders und es fällt dir schwer, im Hier und Jetzt dein Tun zu genießen?
Dann versuche dich in Achtsamkeit und lies z.B. meinen Artikel zum Thema
“Achtsamkeit”: https://mein-erziehungsratgeber.de/achtsamkeit-mit-kindern/

Lebe deinem Kind Strategien vor, wie du selbst Ruhe und Entspannung in deinen Alltag bringst. Setze dich z.B. demonstrativ auf die Couch und sage: „So, jetzt ruhe ich mich 5 Minuten aus und mache die Augen zu. Machst du mit?“ oder „Oh, ich bin ganz gestresst. Ich brauche jetzt frische Luft und einen Spaziergang, um mich zu entspannen.“

Dein Kind wird dich ganz genau beobachten und dich mehr und mehr nachahmen. Es lohnt sich also für dich und für dein Kind, hier gut für dich zu sorgen.

 

2) Findet regelmäßige Kuschel- und Massagerituale

Über regelmäßigen Körperkontakt mit deinem Kind werden Bindungshormone ausgeschüttet, die euch dabei helfen, in die Entspannung zu kommen. Folgende Ideen habe ich für euch, damit dein Kind und auch du selbst über Körperkontakt Stress abbauen könnt:
· Aufwachkuscheln
· Kuscheln zum Verabschieden und zur Begrüßung
· Hände, Füße, Rücken und Kopf massieren
· Ein Bild auf den Rücken malen und erraten
· Streicheln

 

3) Höhlen bauen und reinkuscheln

Baut euch mit Stühlen, Decken und großen Kissen Höhlen und kuschelt euch in die Höhlen rein. Findet für die Höhle klare Vereinbarungen, z.B. darf in der Höhle nur über Zeichensprache kommuniziert werden. Nehmt euch Bücher oder Kuscheltiere mit und nutzt den Moment für mehr Entspannung in eurem Alltag.

 

4) Frische Luft

Kinder brauchen möglichst täglich frische Luft und Bewegung. Auch wenn euer Alltag schon sehr voll ist, versucht zumindest kurz gemeinsam rauszugehen.
Umarmt zusammen Bäume, sammelt Naturgegenstände zum Basteln oder macht eine Nachtwanderung mit Laternen. Erzählt euch währenddessen vom Tag und hilf deinem Kind darüber, den Tag zu verarbeiten.

 

5) Gespräche

Wenn Kinder über Erlebtes sprechen, können sie Gefühle besser verarbeiten. Es lohnt sich also immer wieder, für dein Kind Gefühle zu benennen – gerade dann, wenn dein Kind auffälliges Verhalten zeigt, versuche das Verhalten durch Gefühle zu übersetzen:
„Bist du gerade ganz aufgeregt? Das höre ich daran, wie du redest.“
„Bist du ganz gestresst? Komm wir atmen gemeinsam, anstatt zu kratzen.“
„Bist du einsam, mein Schatz? Komm wir kuscheln. Die Hände bleiben gesund (anstatt Nägel kauen, Händchen sanft wegnehmen).

 

6) Toben, Spielen und gemeinsam Spaß haben

Spätestens dann, wenn dein Kind in die Schule kommt, fehlt ihm vielleicht das „kindgerechte“ Toben, Spielen und Spaß haben. Es sehnt sich nach Leichtigkeit und Humor im Familienalltag, um Stress zu verarbeiten.
Vielleicht bist auch du gestresst und die gesamte Stimmung in der Familie könnte etwas mehr Leichtigkeit vertragen? Dann sucht euch mal wieder ein paar verrückte Rituale und nutze die Gelegenheit, auch selbst in diesen Momenten wieder mehr Kind zu sein.

 

7) Schlafen und Ernährung

Achte darauf, dass dein Kind ausreichend schläft und es nicht allzu spät ins Bett kommt. Falls dein Kind eine Nacht besonders schlecht geschlafen hat, versuche eine kleine Mittagsruhe am Nachmittag einzubauen.
Erhöhter Zuckerkonsum kann dafür sorgen, dass dein Kind sehr aufgedreht ist. Achte auch hier gerne auf einen angemessenen Rahmen.

 

8) Digitalen Medienkonsum reduzieren und bewusst auswählen

Digitale Medien und Hörspiele sind aus der Kinderwelt fast nicht mehr wegzudenken. Jedes Kind reagiert anders auf eine gewisse Menge an Medienzeit. Es gibt Kinder, die sogar selbst spüren, wann es genug ist. Zahlreiche Kinder habe ich nun seit vielen Jahren begleitet und bin der festen Überzeugung, dass die allermeisten Kinder Unterstützung und einen klaren Rahmen beim Medienkonsum benötigen.
Achte darauf, dass die Auswahl der Sendungen und Hörspiele nicht zu wild sind. Besonders empfiehlt sich, wenn Kinder ruhigere Inhalte konsumieren und diese auch mehrmals konsumiert werden, um zu viele neue Reize zu verhindern.
Lege z.B. eine Medienzeit für eine Woche fest und lass dein Kind ab einem Alter von ca. 4 bis 5 Jahren mitbestimmen, wie es sich die Medienzeit einteilen möchte.

 

Ich hoffe sehr, dass euch der Artikel dabei hilft, mit Stress und Überreizung im Alltag umzugehen. Solltest du dir selbst ein niedrigeres Stresslevel wünschen, höre gerne auch regelmäßig meine Elternmeditationen.
Ich kann dir z.B. sehr die Meditation “Dein Entspannungsort” empfehlen, um schnell in einen entspannteren Zustand zu kommen:
https://mein-erziehungsratgeber.de/2-meditation-dein-entspannungsort/

Du möchtest lernen, über eine innige Bindung zu deinem Kind in einen regulierteren Zustand zu kommen und deinem Kind darüber ganz viel Vertrauen und Selbstliebe vermitteln?
Dann sei gerne mit dabei, wenn mein Bindungskurs im Frühjahr nochmal startet.
Ich freue mich riesig auf die zweite Runde mit meiner Bindungs-Crew.
Du kannst dich jetzt schon mal völlig kostenfrei und gratis für die Warteliste eintragen:
https://mein-erziehungsratgeber.de/warteliste/

Alles Liebe,
Martina

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