GEWALTFREI GRENZEN ZEIGEN: Ebook, Workbook und mehr!

Sollen Kinder eigentlich im Haushalt mithelfen? Diese Frage durfte ich vor kurzem im Sat 1 Frühstücksfernsehen beantworten und wenn du mich schon länger kennst, weißt du vielleicht bereits, wie ich darauf geantwortet habe.

Die Moderatorin erzählte mir von ihren Kindern, die zu Hause keinen Finger krumm machen und berichtete mir Folgendes:
“Ich habe meinen Kindern gesagt, dass sie nicht in den Urlaub mitfahren dürfen, wenn sie wieder nicht mithelfen. So geht´s einfach nicht. Immer bleibt alles an mir hängen.”

Auch in meinen Beratungen erlebe ich immer wieder Eltern, die sich von ihren Kindern mehr Eigeninitiative wünschen und Unterstützung bei den alltäglichen Aufgaben. Hinter diesem Wunsch verstecken sich eigentlich wunderbare Bedürfnisse. Zunächst ist es dir vielleicht wichtig, dass ihr gemeinsam etwas macht (Bedürfnis nach Gemeinschaft). Vielleicht geht es dir auch um die Wertschätzung und du fühlst dich gesehen, wenn dein Kind auch mal etwas für die Familie erledigt. Nicht zuletzt verbirgt sich vielleicht auch das Bedürfnis nach Unterstützung hinter deinem Wunsch, dass dein Kind mithilft.

All diese Bedürfnisse darfst du haben und doch möchte ich dich mal wieder daran erinnern, dass du selbst dafür verantwortlich bist, dir deine Bedürfnisse zu stillen.

Gleichzeitig kannst du natürlich dein Kind immer wieder ermutigen und anleiten, damit es aus sich heraus Freude und Motivation entwickelt, Aufgaben im Haushalt zu übernehmen. Was du tun kannst, um dein Kind an Aufgaben im Haushalt heranzuführen, erfährst du in diesem Artikel.

 

Das kannst du tun:

1 Bereitschaft deines Kindes abwarten

Du möchtest, dass dein Kind JETZT die Spülmaschine ausräumt, obwohl es gerade völlig ins Spiel vertieft ist? Dann sage z.B.: “Wärst du bereit, die Spülmaschine auszuräumen? Gerade spielst du so schön. Machst du es dann heute noch vor dem Abendessen?”

 

2 Klare Aufgabenverteilung

Besprecht in einer Familienkonferenz, warum es euch wichtig ist, zusammen zu helfen. Sprich bitte über deine Bedürfnisse, wie oben beschrieben, und überlegt euch, wie sich alle in der Familie wohl fühlen können und welche Abmachungen es dafür braucht. Verteilt dann gerne feste Aufgaben, die sich die Kinder selbst aussuchen können.

 

3 Aufgaben sichtbar machen

Viele Kinder bekommen gar nicht mit, was du eigentlich alles erledigst. Sammelt deshalb gerne gemeinsam alle Aufgaben und erkennt darüber, wie vielfältig die Auswahl von Aufgaben im Haushalt darüber wird. Mit kleineren Kindern kannst du z.B. Fotos von den Aufgaben machen und dein Kind darf sich täglich ein Foto von der Aufgabe aussuchen, das es erledigen möchte. Natürlich könnt ihr Aufgaben auch auf Post-Its aufschreiben und die Zettelchen dann abhängen, wenn ihr es geschafft habt. So werden eure kleinen Erfolge sichtbar.

 

4 Gemeinschaft und Freude

Legt z.B. einen festen Zeitraum fest (z.B. Samstagmorgen) und besprecht, wer welche Aufgaben übernehmen möchte. Macht dann z.B. einen kleinen Wettkampf daraus und nehmt euch vor, bis zum Zeitpunkt xy fertig zu sein, damit ihr dann Eis essen gehen könnt oder Ähnliches. Ihr könnt auch unterschiedliche Teams bilden. Team Supermarkt spielt gegen Team Küche und die Mannschaft, die gewonnen hat, wird an diesem Tag bekocht.

 

5 Vorbild sein

Auch wenn du all die Aufgaben oft als Last empfindest, versuche, mit einem positiven Mindset an die Aufgaben ranzugehen und dies auch vorzuleben. Ich selbst hatte z.B. eine Mama, die Aufgaben im Haushalt immer mit viel Leichtigkeit erledigt hat und mir nie das Gefühl vermittelt hat, dass es ihr zu viel ist. Diese Muster hat sie mir vorgelebt und ich bin dankbar, dass ich es übernehmen durfte.

 

6 Kleine und große Kinder helfen gern

Gerade Kinder in der ersten Autonomiephase sind noch höchst motiviert und möchten bei ALLEM helfen. Deshalb nutze gerne dieses Lernfenster und lass dein Kind werkeln, auch wenn die Aufgaben viel schneller gingen, wenn du sie selbst erledigst. Auch dein Schulkind oder dein Teenager möchte dich aus sich heraus gerne unterstützen, solange du nicht zu viel Druck aufbaust und die Freiwilligkeit noch da ist. Du kannst z.B. mit einem zwinkernden Auge zu deinem Teenager sagen: “Mein Schatz, du unterstützt deine müde Mama doch heute bestimmt total gerne, indem du die Wäsche aufhängst ;)”.

 

7 Wertschätze dein Kind

Versuche, Hausarbeit nicht als Strafe einzusetzen oder generell häufig zum Konfliktthema zu machen. Genauso wenig solltest du dein Kind für Aufgaben im Haushalt belohnen, denn das Kind möchte ohne Druck aus sich heraus einen Beitrag zum Familienwohl leisten. Ansonsten lernen Kinder, dass sie nur etwas tun, weil sie etwas dafür bekommen.

Das bedeutet nicht, dass du dein Kind loben sollst, wenn es die Küche aufgeräumt hat. Du kannst dich einfach über die saubere Küche freuen und dich für die Unterstützung bedanken.

 

8 Kinder zu Aufgaben ermutigen und genau anleiten

Zeige deinem Kind gerne genau, wie Aufgaben im Haushalt gemacht werden können und wie es besonders schnell und leicht geht. Freu dich z.B. darüber, wie ordentlich du die Kleidung in den Schrank gelegt hast, und zeige es deinem Kind voller Begeisterung. Frage dann z.B.: “Darf ich dir zeigen, wie das geht, und wärst du bereit, mir beim nächsten Mal zu helfen?”

 

Du möchtest lernen, dein Kind in jeder Entwicklungsphase bindungsorientiert zu begleiten und ihm dabei klare Grenzen zu zeigen? Dann trage dich gerne auf die Warteliste für meinen großen Bindungskurs ein und lebe durch diesen Kurs, der das Herzstück meiner Arbeit ist, deine Elternschaft mit ganz viel Selbstsicherheit und Freude.

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Was sind deine Tipps und Tricks, wie dein Kind gerne im Haushalt hilft?

Schreib mir gerne in den Kommentaren!

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