Überforderung im Job und keine Ausbildung im Bereich Bindungs- & Bedürfnisorientierung führen häufig zu psychischer Gewalt gegen Kinder. Eine Veränderung im System von innen heraus ist dringend nötig!

In diesem Beitrag zeige ich, wie Kitas, Kindergärten und Schulen einen Wandel von innen heraus antreiben können.

Kindergärtnerin schimpft mit zwei Jungen

Schimpfen, Drohen, Beschämen, in die Ecke stellen: In der Not greifen pädagogische Fachkräfte noch immer zu solchen veralteten und Autoritäten Mustern der Erziehung. 

Das Wichtigste im Überblick:

  • Pädagogische Fachkräfte in Kitas, Kindergärten und Schulen arbeiten unter permanentem Stress und reagieren dabei häufig mit psychischer Gewalt gegen Kinder, nicht aus bösem Willen, sondern aus struktureller Überlastung.
  • Psychische Gewalt im pädagogischen Alltag ist kein individuelles Versagen, sondern ein Symptom von Personalmangel, wachsender Gruppenheterogenität und fehlender Ausbildung in Bindungs- und Bedürfnisorientierung.
  • Veraltete Erziehungsmaßnahmen wie Beschämen, Ausschluss und kollektive Bestrafung sind in vielen Einrichtungen noch gängige Praxis.
  • Strukturelle Reformen auf politischer Ebene greifen zu langsam. Der Wandel muss von innen, aus jeder einzelnen Einrichtung heraus, entstehen.
  • Eine „Beauftragte/r für Bindungs- und Bedürfnisorientierung“ (BBO) in jeder Bildungseinrichtung kann als interner Fach-Coach eskalierende Dynamiken früh erkennen, das Team schulen und eine offene Reflexionskultur etablieren.
  • Bindungs- und Bedürfnisorientierung ist aktiver Kinderschutz und gleichzeitig Gesundheitsprävention für das pädagogische Personal.
  • Die Bindungs-Akademie bietet eine berufsbegleitende Ausbildung, die Fachkräfte befähigt, die Rolle der/des BBO fundiert und praxisnah auszufüllen.

Die berufsbegleitende Ausbildung an der Bindungs-Akademie befähigt dich, in deiner Einrichtung die Rolle des/der Beauftragte/r für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) zu übernehmen. Stoße den Wandel an! Für die psychische Gesundheit von Kindern und Personal.

Fachkräfte in Kitas, Kindergärten und Schulen stehen unter permanentem Stress.

Sie reagieren, statt absichtsvoll zu handeln und rutschen dabei unbeabsichtigt in Notstrategien und psychische Gewalt gegen Kinder. Ihre Feinfühligkeit Kindern gegenüber leidet, weil sie mit den oft viel zu hohen Anforderungen überfordert sind. Hinzu kommt, dass sie in ihrer Ausbildung häufig nichts von Bedürfnisorientierung gehört haben und überholte Erziehungsmaßnahmen wie Bestrafung oder manipulierende Belohnung einsetzen. Es ist keine Seltenheit, dass Kinder in der Ecke stehen müssen oder die stille Treppe aufsuchen sollen.

Strukturelle Veränderung, die Fachkräfte entlasten und hinsichtlich Bedürfnisorientierung aufklären, sind nur in wenigen Einrichtungen ein Thema. Der Wandel kann nur von innen aus jeder individuellen Einrichtung herauskommen!

Daher plädiere ich für eine/einen „Beauftragte/n für Bindung- und Bedürfnisorientierung“ in jeder Bildungseinrichtung.

So sieht psychische Gewalt in pädagogischen Einrichtungen aus: 3 Beispiele

Beispiel Kita:

Bericht einer Mutter: „Ich bin gerade mitten in der Eingewöhnung mit meiner Tochter, 1,5 Jahre. Ich bin schockiert, wie die Erzieherinnen mit Kindern reden, die nicht funktionieren. Heute wurde ein Kind in einen anderen Raum gebracht, weil es geschlagen hat und wurde dort alleine gelassen. Ich bin schockiert und werde die Einrichtung wechseln.“

Beispiel Kindergarten:

Bericht einer Mutter: „Mein Sohn darf nicht mehr raus in den Garten zum Spielen, weil es gestern mit einem Stock einem anderen Kind hinterhergerannt ist. Es wird jetzt bestraft und muss drinbleiben. Dabei ist Bewegung so wichtig für ihn, damit er ausgeglichen ist. Gibt es dafür keine andere Lösung?“

Beispiel Schule:

Bericht einer Mutter: „Meine Tochter ist so frustriert. Weil sich andere Kinder im Sportunterricht nicht an die Regeln hielten, muss jetzt die ganze Klasse im Klassenzimmer bleiben und Sportregeln abschreiben.“ 

Du kennst solche und ähnliche Situationen aus deiner eigenen Einrichtung und möchtest eine Verbesserung anstoßen?

Mache die Ausbildung zur bindungs- und bedürfnisorientierten Familienberatung und baue das Fundament für eine/einen „Beauftragte/n für Bindung- und Bedürfnisorientierung“.

Was strukturelle Überlastung mit psychischer Gewalt gegen Kinder zu tun hat

Seit Jahren arbeiten pädagogische Fachkräfte am Limit:

  • Personalmangel,
  • die zunehmende Heterogenität der Gruppen,
  • alte und ungeeignete Räumlichkeiten sowie
  • die gestiegene Erwartungshaltung von Eltern.

Das alles erschwert den Alltag in Kitas, Kindergärten und Schulen.

Unter diesem Dauerstress reagieren Fachkräfte nicht mehr feinfühlig und absichtsvoll, sondern reagieren nur noch. Dabei rutschen sie oft in Notstrategien und veraltete, autoritäre Muster (Beschämen, Ausgrenzen, Drohen). Das Phänomen, aus Not psychische Gewalt auszuüben, kenne ich nicht nur von Kolleg:innen aus meiner Beratungstätigkeit in Grund- und Mittelschulen und aus zahlreichen Fachkräfte-Beratungen, sondern auch Studien und Umfragen der vergangenen Jahre stellen diesen Zusammenhang immer wieder fest. Dabei ist die psychische Gewalt meist kein individuelles Versagen, sondern ein Symptom struktureller Überlastung und fehlender Ausbildung hinsichtlich Bedürfnisorientierung.

Fachkräfte leiden oft selbst unter der Diskrepanz zwischen ihrem pädagogischen Anspruch und der Realität. Keine Fachkraft möchte Kinder bewusst psychischer Gewalt aussetzen. Und doch passiert es täglich aus Not.

Beauftragte für Bindungs- und Bedürfnisorientierung in Einrichtungen implementieren

Da strukturelle Änderungen auf politischer Ebene zu langsam greifen und diese auch außerhalb des Gestaltungsspielraums von Leitenden der Bildungseinrichtungen und Fachkräften liegen, sollte die Entlastung von innen herauskommen. Daher plädiere ich für die Implementierung von Beauftragten für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) in jeder Einrichtung.

 

Ein/ eine Beauftragte(r) für Bindungs- und Bedürfnisorientierung fungiert als interner Fach-Coach und…

  • erkennt eskalierende Dynamiken, bevor diese verletzendes Verhalten umschlagen,
  • greift bei der Anbahnung von psychischer Gewalt sensibel und empathisch ein, um diese vom Kind abzuwenden,
  • schafft eine offene Reflexionskultur im Team ohne Verurteilung,
  • schult das Team in Bindungs- und Bedürfnisorientierung, Selbstregulation sowie innere-Kind-Arbeit.

Das Ziel ist es, die Fachkräfte emotional so zu stützen und durch interne Weiterbildung auszubilden, dass sie Kindern auch unter Stress empathisch, zugewandt und auf Augenhöhe begegnen können.

Bindungs- und Bedürfnisorientierung ist aktiver Kinderschutz und Gesundheitsprävention für das Personal zugleich.

Bindungs-Akademie: Ausbildung zu bindungs- und bedürfnisorientierter Erziehungsberatung

An der Bindungs-Akademie vermittle ich das nötige Fachwissen, um diese Rolle eines Beauftragten für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) fundiert und praxisnah ausfüllen zu können. Viele Erzieherinnen und Lehrerinnen haben das berufsbegleitende Privatstudium absolviert und tragen mehr Leichtigkeit in den Alltag ihrer Bildungseinrichtung. Die Ausbildung ist dabei gezielt darauf ausgerichtet, Fachkräfte nicht nur theoretisch zu schulen, sondern mit vielen Beispielen und Formulierungshilfen praxisrelevantes Wissen weiterzugeben, das sie mit dem Team teilen und weiter daran arbeiten können.

So schafft ihr den Wandel in eurer Einrichtung

  1. Bestimmt eine Person, die Beauftragte(r) für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) sein darf.
  2. Diese Person absolviert die Ausbildung zur bedürfnisorientierten Familienberatung an der Bindungs-Akademie.
  3. Das gesamte Team nimmt an meinem Fachkräfte-Kurs teil und erhält Basis-Wissen über bedürfnisorientierte Pädagogik.
  4. Implementiert feste Routinen oder Zeitfenster während Teambesprechungen, in denen ihr euer Verhalten und den Kulturwandel im Sinne der Bindungsorientierung reflektiert.
  5. Der/die BBO kann eine Sprechstunde für Kolleg:innen zum individuellen Austausch/ Beratung anbieten.

Klingt gut? Erfahre mehr zur Bindungs-Akademie 

Den Teufelskreis durchbrechen

Wir können nicht länger darauf warten, dass sich die politischen Rahmenbedingungen von selbst korrigieren. Der Schutz der Kinder vor psychischer Gewalt und die psychische Gesundheit der Fachkräfte hängen unmittelbar davon ab, wie wir heute in den Einrichtungen handeln. Die Einführung von Beauftragten für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) ist ein schneller Weg, die Situation für Kinder und Fachkräfte zu verbessern, eine Investition in die Professionalität und die Menschlichkeit jeder individuellen Bildungseinrichtung. Es geht darum, Fachkräften die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie brauchen, um ihren Job wieder mit der Freude und Empathie auszuüben, für die sie ihn ursprünglich gewählt haben.

Als ehemalige Grundschullehrerin und Schulberaterin ist mir das ein Herzensanliegen!

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Warum Strafen in Kitas, KiGa und Schulen negativ auf das kindliche Selbstwertgefühl wirken und wie es auch anders geht!

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Hintergründe, Auswirkungen von Strafen, Erfahrungen aus der Praxis und Lösungsansätze.

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FAQ

Was ist psychische Gewalt gegen Kinder in pädagogischen Einrichtungen?

Psychische Gewalt in Kitas, Kindergärten und Schulen umfasst Verhaltensweisen von Fachkräften, die Kinder emotional verletzen oder beschämen. Typische Beispiele sind: Kinder als Strafe alleine in einen Raum sperren, Ausschluss von Aktivitäten wie dem Freispiel im Garten oder kollektive Bestrafungen, bei denen eine ganze Klasse für das Fehlverhalten einzelner büßt. Auch Drohen und Ausgrenzen zählen dazu. Solche Maßnahmen gelten pädagogisch als überholt, sind in vielen Einrichtungen aber noch gängige Praxis.

Warum kommt es zu psychischer Gewalt gegen Kinder in pädagogischen Einrichtungen?

Die Ursachen sind überwiegend struktureller Natur. Personalmangel, wachsende Heterogenität in den Gruppen und gestiegene Erwartungen seitens der Eltern führen zu chronischer Überlastung. Unter diesem Dauerstress handeln Fachkräfte nicht mehr feinfühlig und absichtsvoll, sondern fallen in veraltete Notstrategien zurück. Verstärkt wird das durch Ausbildungen, die Bedürfnisorientierung kaum vermitteln. Psychische Gewalt ist in den meisten Fällen kein böser Wille, sondern ein Symptom des Systems.

Was kann ich als Fachkraft gegen psychische Gewalt gegen Kinder in meiner pädagogischen Einrichtung tun?

Da politische Reformen zu langsam greifen, muss der Wandel innerhalb jeder einzelnen Einrichtung beginnen. Ein wirksamer Ansatz ist die Einführung einer/eines Beauftragten für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO): eine interne Fachkraft, die eskalierende Dynamiken früh erkennt, das Team in bedürfnisorientierter Pädagogik schult und eine offene Reflexionskultur etabliert. Die Bindungs-Akademie bietet dafür eine berufsbegleitende Ausbildung an, die Fachkräfte befähigt, diese Rolle fundiert und praxisnah auszufüllen.

Wie kann ich mich als Beauftragte/r für Bindungs- und Bedürfnisorientierung (BBO) ausbilden lassen?

Die Bindungs-Akademie bietet eine berufsbegleitende Ausbildung zur bedürfnisorientierten Familienberatung an, die gezielt auf die Rolle der/des BBO vorbereitet. Die Ausbildung vermittelt nicht nur theoretisches Fachwissen, sondern arbeitet praxisnah mit konkreten Beispielen und Formulierungshilfen – so dass das Gelernte direkt im Einrichtungsalltag und in der Arbeit mit dem Team angewendet werden kann. Ergänzend gibt es einen Fachkräfte-Kurs für das gesamte Team, der Basiswissen über bedürfnisorientierte Pädagogik vermittelt.

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