Kindesmissbrauch. Ein sehr unangenehmens und schlimmes Thema, aber es ist mir wichtig Eltern aufzuklären.
Große Ängste und Sorgen und teilweise schreckliche Fantasien und Vorstellungen geistern in  Köpfen von Mamas und Papas herum.
Ein Vortrag eines Kriminal-Experten zu diesem Thema hat mir die Augen geöffnet. Wir können als Eltern viel Präventives bewirken, wodurch wir keine Angst mehr haben müssen.

Der Täter: Täter haben immer ein sehr ähnliches Vorgehen. Sie suchen sich ein Opfer, das bestimmte Charaktermerkmale hat und bauen dann über einen längeren Zeitraum eine Beziehung zu diesem Kind auf. Sobald der Täter Angst haben muss, dass das Kind zu Hause etwas erzählt, wird er aufhören, etwas zu tun. Er hat hierfür in der Regel zu große Angst vor der Öffentlichkeit und den Konsequenzen.Sofern es dem Täter aber gelingt, das Kind so unter Druck zu setzen, dass es das „Geheimnis“ nicht zu Hause erzählt, hat er erreicht, was er möchte.

Beruhigend ist: Folgende vorbeugende Maßnahmen könnt ihr als Eltern zu Hause ergreifen, damit Kinder nicht zu Opfern werden:

1. Streicht die Warnung vor dem fremden Mann:

Der Mann wird nicht fremd sein. Er hat im Schnitt 3 Monate Zeit eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen. Am häufigsten bewegen sich Täter im engeren sozialen Umfeld (Familie, Freunde und Bekannte aus dem Freizeitbereich des Kindes). Es ist sehr unwahrscheinlich, dass dein Kind von einem Fremden mitgenommen wird und missbraucht wird  (ca. 1 Fall im Jahr in Deutschland)

2. Achte darauf, dass dein Kind keine Wege völlig alleine geht:

Wenn dein Kind von viel Öffentlichkeit (auch fremden Leuten) umgeben ist, ist es sehr unwahrscheinlich, dass ein Täter etwas tun wird. Er wartet immer Momente ab, die unauffällig für alle Beobachter sind.

3. Hör deinem Kind genau zu und frag diplomatisch nach:

Kinder erzählen häufig in der Sprache des Täters von den Gefahren die lauern. Hierzu muss man nachfragen und die Aussagen des Kindes ernst nehmen.

Wenn ein Kind irgendwo nicht mehr hin will, frag genau nach.

4. Verbiete deinem Kind möglichst nichts: Sag deinem Kind, dass es …. darf, aber GANZ WICHTIG ist immer, dass du darüber informiert werden möchtest. Sonst wird dein Kind anfangen, Dinge heimlich zu tun.

5. Erlaube deinem Kind, mit Fehlern nach Hause zu kommen.

Wenn dein Kind dir alles erzählen kann, ohne dafür geschimpft bzw. bestraft zu werden, würdest du erfahren, sobald sich ein Täter versucht, deinem Kind anzunähern.

6. Kläre den Unterschied zwischen guten und schlechten Geheimnissen.

Alle Täter setzen das Kind damit unter Druck, dass es das Geheimnis für sich behalten muss, weil sonst etwas Schlimmes passiert (die Mama wird krank etc…). Wenn Kinder aber von zu Hause wissen, dass gute Geheimnisse immer ein gutes Ende haben (Überraschungsparty etc.) wird es selbst den Unterschied erkennen und offen sprechen. Es gibt hierzu viele Bücher zu guten und schlechten Geheimnissen…

7. Bring deinem Kind bei selbstbewusst und klar mit Erwachsenen zu sprechen.

Eis selbst bestellen, zum Bäcker gehen und bezahlen, Einkaufen etc. gibt deinem Kind Selbstvertrauen mit Erwachsenen zu sprechen. Täter suchen sich schüchterne und unsichere Kinder aus.

8. Bring diese Dinge deinem Kinder immer positiv bei.

Deine Ängste sollten nicht übertragen werden. Alle Punkte können über den positiven Weg erlernt werden

9. Sag deinem Kind, dass es immer Abstand von einem Auto halten soll, wenn jemand nach dem Weg fragt und dann sofort weitergehen soll (nur wenn eine Situation das erfordert, ab einem bestimmten Alter)

Fast jedes Kind bleibt stehen und gibt darauf Antworten. Das lässt sich nicht verhindern

10. Erkläre deinen Kinder, dass es niemals Nacktfotos an irgendjemand verschickt und mach mit ihnen einen Internetführerschein (hinter Susi15 kann auch Max40 stecken).

Das ist Kindern nicht klar. Auf sozialen Netzwerken für Kinder bewegen sich sehr viele Täter.

11. Sei Vorbild zum Thema „Dein Körper gehört dir!“: „ Darf ich auch in die Badewanne kommen?“ „Darf ich dir den Popo abputzen?“ Wenn Kinder spüren, wie respektvoll Eltern sich gegenüber dem Körper ihrer Kinder verhalten, lernen sie automatisch, dass ihr Körper ihnen gehört.

Ich selbst bin Lehrerin und in der Schulpsychologie tätig und ich versuche Eltern, die sehr schüchterne Kinder haben aufzuklären über all das und wichtig ist mir vor allem, Eltern zu unterstützen, Kinder stark zu machen. Es beruhigt mich, dass durch diese vorbeugenden Maßnahmen viel verhindert werden kann und es liegt mir am Herzen, dies an alle Eltern weiterzugeben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass deinem Kind dann noch etwas passieren kann ist ungefähr so gering, wie dass ihm ein Ziegelstein vom Dach auf den Kopf fällt. Ich finde das sehr beruhigend.

Hast du als Mama oder Papa auch Ängste um deine Kinder und brauchst Unterstützung damit umzugehen? Falls du ein persönliches Gespräch brauchst, kannst du dich jederzeit unter folgender Adresse bei mir melden.

hallo@mein-erziehungsratgeber.de