Weihnachten ist ein Fest der Besinnlichkeit. Leckere Festessen, fröhliche Familienfeiern und strahlende, erwartungsvolle Kinderaugen sind einige der Erwartungen, die wir haben. Bis dahin wird jeder Tag mit einem Türchen oder einem Geschenk gezählt, und jeder Sonntag mit einer weiteren Kerze. So wird Tag für Tag Spannung aufgebaut, die bei Eltern und auch Kindern Druck und Überreizung auslösen kann. 

 

Kinder sind noch nicht in der Lage, sich vom Stress der Eltern abzugrenzen oder einen anderen guten Umgang mit dem Stress der Erwachsenen zu leben. Oft löst deine Anspannung bei deinem Kind unerwünschtes Verhalten aus, das deinen Druck weiter verstärkt. Mit den unten stehenden Tipps möchte ich dir helfen, diesen Kreislauf zu durchbrechen und eine besinnliche Weihnachtszeit mit deiner Familie zu verbringen. 

 

 

Tipp 1: Behaltet Routinen und Rituale bei!

 

Die Weihnachtstage bringen so viel Freunde, Überraschungen und Zeit mit sich, was unglaublich guttut. Sie bringen auch Verwandte zusammen. Das bedeutet gleichzeitig, dass alles anders ist. Oft fehlt Kindern dann die nötige Orientierung und Sicherheit, da bekannte und vertraute Routinen wegfallen. Daher kann es sehr helfen, wenn ihr euch ein paar Mal am Tag fünf Minuten Zeit nehmt, um vertraute Rituale fortzuführen. Das schenkt Kindern Sicherheit. Es können die ganz einfachen Dinge sein wie zum Beispiel:

  • Den Morgen auf die gleiche Art und Weise beginnen
  • Aufwachkuscheln, Aufwachstreicheln
  • Entspannungsmusik
  • Kerzen
  • Nasenküsse über den Tag verteilt
  • Immer wieder einen liebevollen, längeren, ruhigen Blick
  • Das übliche und beliebte Frühstück machen
  • Besondere weihnachtliche Rituale, die ihr als Familie jedes Jahr fortsetzt. Auch wenn ihr dieses Jahr damit beginnt, kann es helfen.

Neben Ritualen beugt eine gute Vorbereitung Stress ab. Über Gespräche kannst du deine Kinder wunderbar auf alle Situationen vorbereiten. Es hilft Kindern enorm zu wissen, was geschehen wird. Das macht die Abläufe vorhersehbar, entspannt das Nervensystem deiner Kinder und beruhigt  möglicherweise sogar auch dich. Dafür kannst du kleine Momente einbauen, in denen du immer wieder erklärst, was als nächstes passiert.  

 

 

Tipp 2: Lebe einen positiven Umgang mit Stress vor!

 

Auch mit aller Mühe lässt sich der Stress an Weihnachten nicht komplett vermeiden. Das liegt in der Natur der Sache und darf auch da sein, denn positiver Stress ist weder für dich noch dein Kind schädlich. Es ist auch in Ordnung, wenn dein Stress deine Kinder etwas frustriert. Denn das ist eine schöne Gelegenheit, Kinder auf solche Situationen vorzubereiten. Von Bedeutung ist allerdings, wie wir diesen Stress bewerten und wie wir damit umgehen. Ein souveräner Umgang mit Stress fördert also die Fähigkeit mit schwierigen Situationen umzugehen. Das kannst du erreichen, indem du deinem Kind mitteilst, wie du dich fühlst und ihm dabei hilfst, sich in sich selbst einfzufühlen.

  • „Ich bin gerade so voller Vorfreude und auch ein bisschen angespannt. Wie ist es bei dir?“
  • „Oh, die Küche ist so voll, ich bin grade richtig gestresst. Wie geht es dir denn?“
  • „Ach, das kam jetzt ganz anders als wir das erwartet haben, oder? Komm wir nehmen uns Zeit und kommen erstmal ganz in Ruhe an. Wir sehen uns mal um“
  • „Ich fühle mich grade ein bisschen überwältigt von allem. Da muss ich erstal durchatmen. Das hilft mir. Wie ist es bei dir?“

 

 

Tipp 3: Schütze dein Kind vor Überreizung!

 

In der Weihnachtszeit sind Kinder durch alle zusätzlichen Rituale zu Hause und in der KiTa/Schule häufig völlig überreizt. Am Weihnachtsfest erreicht diese Überreizung dann den Höhepunkt.

Darauf kannst du dich vorbereiten, indem du eine Rückzugsmöglichkeit vorbereitest. Du kannst, wenn möglich, eine schöne Kuschelecke herrichten, je nachdem wo und wie ihr feiert. Dort kannst du eine schöne Kuscheldecke, gemütliche Kissen, bekannte Bücher und eventuell eine Wasserflasche hinstellen. 

Merkst du am Verhalten deines Kindes, dass es überfordert ist und mit den vorhandenen Reizen nicht mehr umgehen kann, begleite es dorthin und schenke ihm ein bisschen von deiner Zeit, wenn du kannst. Das kann natürlich auch ein anderes beliebtes Familienmitglied für dich übernehmen. 

 

 

Sprich gerne mit den anderen Gästen über euren Rückzugsort und sage z.B.:

  • „Für Kinder sind die Feiertage aufregend, deshalb haben wir einen Rückzugsort. Ich habe diesen Ort vorbereitet. Wenn du magst, kannst du mein Kind auch gerne mal dorthin begleiten.”
  • „Wenn du merkst, dass meine Kinder unruhig werden, ist es ihnen wahrscheinlich gerade zu viel. Ich werde mich dann darum kümmern. Wenn du magst, kannst du das natürlich auch gerne übernehmen.”

 

 

Tipp 4: Erlaube deinem Kind seine Grenzen zu zeigen!

 

Es ist sehr wichtig für dein Kind, es nie zu zwingen oder zu überreden, mit Freunden oder Familienmitgliedern zu sprechen oder zu spielen. Damit dein Kind lernt, für sich einzustehen und andere Grenzen zu akzeptieren, ist es ganz wichtig, dass erste Signale wahrgenommen und respektiert werden. Sätze wie diese sind nicht sinnvoll. 

  • „Schau mal, die Oma würde aber so gern mit dir spielen.“
  • „Willst du vielleicht nicht doch ein bisschen auf den Schoss von der Tante.“
  • „Aber guck mal, die ist doch ganz lieb.“
  • „Er will aber so sehr mit dir Fangen spielen.“

 

 

Bereite deine Verwandten vorsichtig darauf vor, dass das Kind nicht immer spielen oder auf den Arm möchte. Nicht alle Erwachsene erinnern sich gut an ihre Kindheit. Manche können die Grenzen deines Kindes nicht gut erkennen. Hilf deinen Verwandten, Signale deines Kindes gut zu erkennen. Sei Schutzschild für dein Kind:

  • „Mein Kind zeigt gerade, dass es nicht kuscheln oder spielen möchte. Uns ist wichtig, dass es nicht überredet wird. Wenn es einen Schritt zur Seite macht oder es sich wegdreht, heißt das „Nein“.“

 

 

Tipp 5: Sei für dein Kind da, wenn ihm die Geschenke nicht gefallen!

 

Die Bescherung an Weihnachten kann besonders aufregend sein. Hier hilft es, die kurze Geduldsspanne von Kindern zu berücksichtigen. Deshalb lass dein Kind gerne zuerst die Geschenke auspacken.

Auch wenn nicht jeder Wunsch auf der Wunschliste für dein Kind erfüllt werden kann, sieh das als Chance. Denn so lernt es, mit Enttäuschungen umzugehen. Enttäuschungen gehören zum Leben dazu, der Frust, der damit einhergeht, genau so. Es hängt von deinem Kind ab, was ihm bei Enttäuschung am meisten hilft. Oft hilft es Kindern, ihren Frust respektvoll anzunehmen und den Raum dafür zu schaffen. Besonders unterstützend ist es, wenn dein Kind darüber frustriert sein darf und du seinen Frust nicht weghaben möchtest, sondern annimmst. 

 

Sage z.B.:

  • „Du wolltest eigentlich ein anderes Geschenk und hast dich schon so doll darauf gefreut, oder?”
  • „Das andere Geschenk war dir so wichtig und jetzt ist es nicht dabei. Jetzt bist du enttäuscht, stimmt´s?“
  • „Sieht das anders aus, als du dir das vorgestellt hast? Mensch, wie ärgerlich.“

Meistens vergehen Gefühle wie Enttäuschung und Frust dadurch, dass sie wertfrei angenommen und respektiert werden. Sollte es nicht so sein, ziehe dich für einen Moment mit deinem Kind an den vorbereiteten Kuschelort zurück und zeige ihm, dass du für es da bist.

 

 

Tipp 6: Begleite dein Kind durch Wutausbrüche!

 

Im Bereich des Möglichen ist auch, dass Kinder über Weihnachten vor versammelter Mannschaft einen richtigen Wutausbruch bekommen. Je nach Kind unterscheiden sich die Intensität und der Handlungsbedarf. Manche Kinder sind sehr körperlich. Hier ist es wichtig, dass alle geschützt und sicher sind. Wenn nötig, trage dein Kind aus der Situation heraus und wechsle den Raum. Begleite dafür dein Kind mit einer liebevollen Stimme. 

  • „Wir gehen jetzt rüber, das wird helfen.”
  • „Ich bin für dich da. Ich schütze dich und mich.“
  • „Ich liebe dich, auch wenn du wütend bist. Alle bleiben unverletzt.“
  • „Das ist gerade richtig hart, wir schaffen das. Ich bleibe da.“

 

 

Wenn Wut bei dir als Kind nicht willkommen war und der Wutausbruch deines Kindes in dir Hilflosigkeit, Scham und Unsicherheit auslöst, sei auch für dich da. Sage z.B. liebevoll zu dir selbst:

  • „Wut ist gesund.“
  • „Wut gehört dazu.“
  • „Ich schaffe das.“
  • „Wir sind sicher.“
  • „Das wird schon, Wut darf sein.“

Stehe zu der Wut deines Kindes und erkenne sie als wichtigen Entwicklungsschritt für die Autonomieentwicklung deines Kindes. Habe gleichzeitig Verständnis für dich. Fühle eine bedingungslose Liebe für dein inneres Kind und dein Kind. All eure Gefühle dürfen sein. Es darf für euch hart und schwer sein. Erlaube euch all eure Gefühle.

 

 

Tipp 7: Nimm dir mehr Zeit für die Einschlafbegleitung!

 

Nach allen neuen Reizen und den vielen Gefühlen von Freude, Aufregung und Frust, kann es für dein Kind sehr schwer sein, abends zur Ruhe zu kommen. Plane dafür ausreichend Zeit ein. Es gibt Kinder, die mehr und Kinder, die weniger Begleitung dabei benötigen, jedoch ist es an solchen aufregenden Tagen wichtig, dass du deinem Kind am Ende des Tages ausreichend Aufmerksamkeit und Zeit schenkst, damit es in den Schlaf findet. Auch hier kannst du dein Kind sprachlich begleiten:

  • „Das war so aufregend für dich, oder? Wir machen uns das hier gemütlich und entspannen gemeinsam.“
  • „Das war ein so toller Tag. Jetzt lassen wir alles sacken.“

 

 

Eine weitere Möglichkeit, dein Kind zu unterstützen, gut zur Ruhe zu kommen, ist, über den Tag zu sprechen. Erzählt einander, was ihr heute schön und weniger schön fandet. Höre deinem Kind aktiv zu. Am Ende des Tages, das Erlebte gemeinsam zu reflektieren, hilft deinem Kind sehr dabei, sich zu regulieren. Es hat auch den Vorteil, dass es das Gedächtnis deines Kindes stärkt, sowie seine Fähigkeit, sich in andere Menschen einzufühlen, wenn auch du von deinem Tag erzählst. 

 

 

Fazit

Weihnachten ist eine der schönsten Zeiten des Jahres. Sie bringt die Familie zusammen. Es ist das besinnlichste und emotionalste Fest des Jahres. Gleichzeitig bringt Weihnachten viele Herausforderungen mit sich. Die größte davon: Stress. Bekanntlich sind Kinder noch nicht in der Lage, sich richtig von Stress abzugrenzen. Habe daher Verständnis für dich und deine Kinder, wenn die Weihnachtszeit auch anstrengend ist. Das darf sein. Nimm dir gleichzeitig Zeit für dich und deine Kinder und erlaubt euch viele kleine Pausen über den Tag verteilt. 

 

 

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