#Achtsamkeit im Familienalltag vorleben! Im #Interview mit Sarah M. Richter http://www.achtsam.blog

Sarahs Berührung mit Achtsamkeit und Meditation war für sie eine lebensverändernde Begegnung. Bevor sie zu meditieren begann und sich mit Achtsamkeit auseinanderzusetzen, fühlte sie ich im Hamsterrad gefangen: völlig erschöpft – getrieben von komplexen Aufgaben, ständiger Erreichbarkeit, Zeit- und Termindruck. Die Achtsamkeit hat ihr geholfen, zur Ruhe zu kommen und ausgeglichener zu sein. Sarah ist Mutter eines Sohnes und gibt Achtsamkeitskurse für Privatpersonen und Unternehmen. In ihren Seminaren bringt sie den Teilnehmern bei, wie sie mit Achtsamkeit und Meditation wieder entspannt leben und arbeiten – statt nur noch zu funktionieren. Ihre Seminare findest du unter: www.achtsam.blog

Ich freue mich ganz besonders, dass ich hier ein Interview mit der Achtsamkeitstrainerin Sarah (@sarahm.richter, Instagram) führen durfte. Sie spricht darin darüber, warum es so wichtig ist, unseren Kindern ein Leben in Achtsamkeit vorzuleben.

  1. Liebe Sarah, du bist Achtsamkeitstrainerin für Meditation und Stressbewältigung aus München. Wir haben uns über Instagram kennengelernt und sitzen heute hier zusammen. Schön, dass du Lust auf dieses Interview hast. Verrate mir doch gleich mal, inwiefern wir Kinder mit Achtsamkeit begleiten können.

Sarah: Liebe Martina, danke für die Einladung. Da sprichst du gleich zu Beginn ein brisantes Thema an, denn eines der wichtigsten Fähigkeiten in unserer heutigen Zeit ist es, gut mit Stress umgehen zu können.

Unsere Kinder wachsen in Deutschland in einer Leistungsgesellschaft auf. Schon im Kindergartenalter werden sie mit Gleichaltrigen verglichen. Kommen sie in die Schule, nimmt der Druck zu: Still sitzen, sich ständig konzentrieren und gute Noten schreiben.

Ich selbst habe als Schulkind eine große Belastung gespürt: Da war die Erwartungshaltung der Eltern, der Druck der Lehrer und die eigenen Ansprüche. Dieser Leistungsdruck beginnt im Kindesalter und zieht sich durch das ganze Leben.

  1. Das stimmt. Wir sprechen alle sehr häufig von Achtsamkeit. Ich selbst finde ja, dass das Wort Achtsamkeit inzwischen schon damit verwechselt wird, sich noch einen Programmpunkt auf seine Tagesliste zu schreiben. Wie bedeutet Achtsamkeit denn konkret aus deiner Sicht?

Sarah: Da bin ich ganz bei dir. Achtsamkeit ist nicht noch ein Programmpunkt auf der Liste, sondern vielmehr eine innere Haltung, mit der wir durchs Leben gehen. Achtsamkeit bedeutet für mich, den Moment bewusst zu leben und in stressigen Situationen entspannt zu bleiben. Wir bekommen so viele Reize und Impulse von außen, dass es eine hohe Kunst ist, in sich zu ruhen. Als berufstätige Mama weiß ich, wovon ich spreche.

  1. Stimmt, du hast einen 5-Monate alten Sohn. Die kleine Frohnatur durfte ich auch schon kennenlernen. In der Schule und im Umgang mit Kindern spüre ich, dass Kinder sehr empfänglich für einen achtsamen Schulalltag sind. Wie können Eltern und Lehrer, die sich dauerhaft unter Strom fühlen, Achtsamkeit im Alltag lernen?

Sarah: Ähnlich wie wir in einem Fitnessstudio unsere Muskeln trainieren, so können wir mit Achtsamkeit und Meditation unseren Geist trainieren. Wenn wir Achtsamkeit als Kind gelernt haben, fällt es uns als Erwachsener ganz leicht, achtsam zu sein und so Krankheiten wie ein Burnout zu vermeiden.

Aber Achtsamkeit können wir auch als Erwachsener noch lernen. Viele Forschungs- und Studienergebnisse haben gezeigt, dass es etwa 8 Wochen dauert, bis erste positive Veränderungen in unserem Gehirn nachweisbar sind. Deshalb sind die Achtsamkeitskurse, die ich für Privatpersonen und in Unternehmen gebe, genau 8 Wochen lang. Als Achtsamkeitstrainerin bringe ich ihnen bei, wie sie Achtsamkeit und Meditation einfach und leicht in deinen Alltag intrigieren können – und somit besser mit Stress im Job und im Privatleben umgehen können.

  1. Das kann ich nur so unterschreiben. Aus psychologischer Perspektive braucht die Seele, der Körper und der Geist einfach eine gewisse Zeit, bis wir selbst spüren, was uns gut tut. So ist es ja z.B. auch mit sportlicher Betätigung. Aber verrate uns mal: Wie zelebrierst du Achtsamkeit?

 

Sarah: Ich meditiere täglich. Meist am Abend, wenn mein Kleiner schläft. Das hilft mir, zu entspannen und abzuschalten. Ich freue mich, dass ich in meinen Kursen schon vielen Teilnehmern beibringen konnte, ganz im Hier und Jetzt zu leben, das Gedankenkreisen abzuschalten und auch positiver zu denken. Auch meinem Sohn kann ich dank der Achtsamkeit, die ich liebe und lebe, ein gutes Vorbild sein.

5. Ach, wunderbar, Sarah. Somit bist du ein absolutes Vorbild für dein Kind und wir wissen ja beide, dass Kinder Verhaltensweisen ihrer Eltern adaptieren. Das siehst du bestimmt auch mit Blick auf Achtsamkeit so, oder?

Kinder lernen ja von klein auf von ihren Eltern. Sie schauen sich ihr Verhalten durch Beobachten ab. Werden sie größer, gibt es immer mehr zu entdecken. Und deshalb fällt es ihnen immer schwerer, sich zu konzentrieren und zu fokussieren. Das können wir ihnen beibringen, indem wir ihnen als Eltern ein gutes Vorbild sind und ganz bei einer Sache bleiben zB. indem wir nicht telefonieren oder ins Handy tippen während wir mit ihnen spielen. Multitasking – das kennen wir aus unserem Alltag – führt zu Stress.

Sarah: Unsere Kinder schauen sich auch ab, wie wir mit Gefühlen umgehen. Und sie ahmen es nach. Haben wir einen guten Zugang zu unseren Gefühlen, können wir unseren Kindern beibringen, wie sie sich beruhigen können, wenn sie wütend oder traurig sind. Das gibt ihnen Sicherheit. Du hast mir erzählt, liebe Martina, dass du dies auch den Kindern in der Schule beibringst. Das finde ich eine ganz tolle und wichtige Arbeit.  

  1. Apropos Vorbild: Fällt es dir leicht, ein gutes Vorbild zu sein?

Sarah: Ja, weil ich finde: Kinder sind die besten Achtsamkeitstrainer. Ein Kind verlangt deine volle Aufmerksamkeit und merkt sehr schnell, wenn du gedanklich nicht bei der Sache bist. Es fordert deine Aufmerksamkeit ein, indem es quengelt, schreit oder dich darum bittet. Das ist ein wertvolles Zeichen.