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Bestimmt kennst du den gut gemeinten Rat anderer Eltern: „Da musst du einfach konsequent bleiben!“, obwohl diese Eltern selbst ganz genau wissen, wie herausfordernd das sein kann.
Es gibt einfach so viele Konfliktsituationen mit Kindern, in denen nicht sofort klar ist, wie du jetzt konsequent reagieren kannst. Oft spürst du vielleicht hinterher, was dein Kind in diesem Moment gebraucht hätte, und es wird dir dann erst klar, dass du liebevoller oder konsequenter reagieren hättest können.

Um ehrlich zu sein: „Das ist völlig normal und es geht jeder Mama und jedem Papa vermutlich ganz genauso wie dir.“ Lass dich also nicht verunsichern und übe täglich hier ein angemessenes Maß zu finden, mit dem sich alle in deiner Familie wohl fühlen können.
Was sich in der Theorie so einfach anhört, ist in der Praxis nicht immer umsetzbar. Vor allem dann nicht, wenn 3 Kinder gleichzeitig schreien, du zigmal nachts aus dem Schlaf gerissen wurdest oder kaum eine Sekunde Zeit für dich zum Durchschnaufen bleibt.
Um es dir zu erleichtern, konsequent und gleichzeitig liebevoll mit deinem Kind umzugehen, habe ich heute 10 Tipps für dich, die deinen Alltag bestimmt etwas entspannter machen.
Viel Freude beim Ausprobieren!

 

1) Findet gemeinsame Vereinbarungen in Familienkonferenzen:

Vereinbarungen geben einem Kind sowohl Halt als auch Orientierung und helfen ihm, sich geborgen und sicher zu fühlen. Gleichzeitig lernt ein Kind darüber, dass Vereinbarungen wichtig für ein soziales Miteinander sind. Es ist eine wichtige Entwicklungsaufgabe für ein Kind in den ersten Lebensjahren, Vereinbarungen zu verstehen und sich an diese zu halten, damit dein Kind weiß, was du von ihm erwartest. Formuliert Vereinbarungen, die gemeinsam besprochen werden und völlig nachvollziehbar sind.
Achte darauf, nicht zu viele Vereinbarungen aufzustellen, damit dein Kind damit nicht überfordert ist. Hinter diesen Vereinbarungen stehen völlig klare Werte und Bedürfnisse, die für eure Familie wichtig sind (z.B. Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Liebe, Respekt usw.)

 

2) In der Klarheit und Kürze liegt die Würze:

Sollte dein Kind mit seinem Verhalten gegen einen wichtigen Wert verstoßen (z.B. Schlagen), reagiere immer sofort und völlig klar und hilf deinem Kind sein Verhalten umzulenken, indem du auf Augenhöhe gehst, die Hände abwendest und mit ruhiger, bestimmter Stimme sagst, dass die Hände wegbleiben. Sprich in kurzen klaren Sätzen:
„Du bist wütend. Die Hände bleiben hier weg. Ich bin da für dich.“

 

3) Warmherzige, aber sehr bestimmte Stimme:

Bleibe konsequent bei deiner Erwartung und frage nach, falls dein Kind dich gerade nicht hört: „Hast du mich gehört? Mir wäre jetzt wichtig, dass xy! Bist du bereit, jetzt xy zu tun? Denke an unsere Vereinbarung.“

 

4) Körperkontakt und Augenkontakt:

Schau dein Kind an und berühre es z.B. mit einer Hand leicht an der Schulter, wenn du konsequent sein willst, anstatt von weitem mit vorwurfsvollem und genervtem Ton zu sprechen. Dieser Kontakt bewirkt Wunder. Ich spreche aus Erfahrung und oft genug ertappe ich mich dabei, dass es anders viel schwerer für mich und das Kind wird. 🙂

 

5) Strukturen im Alltag vorgeben und Vorbild sein:

Lege klare Abfolgen im Alltag fest, z.B. Ablauf am Morgen, geregelte Mahlzeiten, Abendritual und sprich morgens bereits mit deinem Kind darüber, was tagsüber passieren wird. Auch abends im Bett könnt ihr das schon für den nächsten Tag besprechen.

 

6) Zeige natürliche Konsequenzen auf:

Kläre lediglich ruhig über natürliche Folgen aus dem eigenen Handeln auf. Bsp.: „Wenn das Zimmer nicht aufgeräumt ist, findest du deine Spielsachen nicht mehr. Mir ist Ordnung wichtig, damit wir uns alle wohl fühlen. Wie könnte ich helfen, damit wir das schaffen?“
„Wenn du so laut schreist, fällt es mir ganz schwer zu hören, was du sagst. Probiere es nochmal mit leiser Stimme, damit ich dir gut zuhören kann. Deine Meinung ist mir wichtig.“
„Wenn du deine Jacke zu Hause lässt, könnte es sein, dass du draußen frierst. Was hältst du davon, sie in den Rucksack zu packen?“

WICHTIG: Diese Wenn-Dann Sätze haben nichts mit Drohen zu tun. Du darfst sie also verwenden und deinem Kind darüber etwas über „Verantwortung für sein eigenes Handeln“ beibringen.

 

7) Wertschätzung für dein Kind:

Anstatt dein Kind mit Lob zu überschütten oder es zu belohnen, sprich deine Wertschätzung, damit dein Kind deine Gefühle und seine eigenen Gefühle wahrnimmt. Wertschätzung geht so:
1) „Ich bin so begeistert (Gefühl nennen), wie ordentlich es ist, weil du aufgeräumt hast. Ordnung ist mir so wichtig. Vielen Dank für deine Hilfe (Bedürfnisse ausdrücken).“
2) „Wie fühlt es sich für dich an? Bist du stolz und erleichtert, dass du das ganz alleine geschafft hast?“

 

8) Unterschiedliche Erziehungsvorstellungen in der Partnerschaft klären:

Sprich dich mit deinem Partner/deiner Partnerin genau ab. Eure klaren gemeinsamen Vorstellungen geben deinem Kind Sicherheit und Geborgenheit. Ihr braucht nicht genau gleich reagieren. Wichtig ist nur, dass ihr im Großen und Ganzen bzgl. eurer Werte einig werdet.
Findet 5 Familienwerte und sprecht mit euren Kindern darüber, wie ihr diese leben möchtet. Hier kannst du und dein Partner/deine Partnerin andere Vorstellungen haben. (z.B. Ordnung ist für dich xy, Ordnung ist für deinen Partner/deine Partnerin xy).

 

9) Konflikte in der Partnerschaft führen zu einem Kompromiss:

Sei vor deinen Kindern ein gutes Vorbild für die Bewältigung von Konflikten. Damit Kinder konfliktfähig werden, kannst du ihnen vorleben, wie aus Unstimmigkeiten Kompromisse geschlossen werden können. Bedauert euer Verhalten vor euren Kindern und sagt, dass ihr euch selbst nicht an bestimmte Vereinbarungen gehalten habt, wenn das so war. So lernen eure Kinder eurem Vorbild, Fehler als Schatz anzunehmen.

 

10) Bleibe standhaft:

Wenn Kinder zu viel bekommen von dem, was sie wollen, bekommen sie zu wenig von dem, was sie brauchen (vgl. Hurrelmann). Wenn dein Kind etwas nicht bekommt, lernt es, seine eigenen Bedürfnisse viel schneller durch eigene Anstrengung selbst zu erfüllen. Darüber entsteht durch Selbstwirksamkeit Selbstvertrauen. Erfülle also nicht jeden Wunsch (z.B. Medienkonsum, Süßes etc.), wenn darüber das eigentliche Bedürfnis beim Kind nicht erfüllt wird (z.B. Ruhe, Rückzug etc.)

 

Konsequent sein bedeutet nicht starr sein

Wenn es sich gerade anbietet, mach auch mal eine Ausnahme und zeige deinem Kind, dass es nicht um PERFEKTIONISMUS oder FUNKTIONIEREN im Leben geht.
Beispiele:
• Wenn Besuch kommt, darf dein Kind auch mal länger aufbleiben.
• Wenn eine Geburtstagsfeier ist, darf dein Kind auch mal mehr Süßes essen.
• Wenn es Wochenende ist, darf dein Kind auch mal einen langen Film mit dir anschauen usw.
Ich hoffe sehr, dass meine Tipps dich dabei unterstützen, klare Grenzen zu definieren und einzuhalten und dabei dein Kind immer liebevoll und konsequent zu begleiten.

Schreib mir gerne in den Kommentaren:
IN WELCHEN MOMENTEN IST DIR DEIN KONSEQUENTES VERHALTEN BESONDERS WICHTIG?

 

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Deine Martina

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